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Synästhesie

Eine kurze Erklärung

Synästhesie kann als ein "kombiniertes Sinneserlebnis" beschrieben werden - abgeleitet von "syn" (griechisch: zusammen) und "aesthesie" (von "aisthesis", griechisch: Sinnesempfindung oder -wahrnehmung).
Dieses "kombinierte Sinneserlebnis" bei Synästhesie bedeutet, dass bei der Aktivierung eines Sinnes parallel ein weiterer, nicht angesprochener Teil desselben Sinnes oder auch ein anderer Sinn aktiviert wird.
Sehen wir uns ein Beispiel an: Wenn einige Synästhetiker (oder Synästheten) einen Klang hören oder eine Zahl lesen, sehen sie unmittelbar auch eine (synästhetische) Farbe, und zwar entweder vor "dem inneren Auge" oder auch direkt auf der geschriebenen Zahl. Neben synästhetischen Farben können sie auch synästhetische Formen, Geschmäcker, Gerüche, Klänge, Berührungen usw. erleben.
Solche Synästhesien können auch durch Gefühle oder kognitive Auslöser (z.B. das Konzept der 12 Monate, die ein Jahr bilden) herbeigeführt oder beeinflusst werden.

Synästhesie kommt natürlich vor und - wichtig! - ist keine Erkrankung. Synästhesie-ähnliche Phänomene können zwar auch im Laufe mancher Krankheiten, bei Verletzungen und unter Drogeneinfluss erlebt werden. Im Unterschied dazu hat aber die natürlich vorkommende Synästhesie nichts mit Krankheit, Halluzinationen oder Ähnlichem zu tun. Wissenschaftliche Studien haben sogar ergeben, dass viele Synästhetiker in Gedächtnistesten und bei Farbdiskriminationstesten besser abschneiden.
Synästhesie kann nicht erlernt werden und ist lebenslang sehr stabil. Sie ist wahrscheinlich erblich, obgleich die genauen genetischen Mechanismen noch unklar sind.

Weitere Informationen

Weitere Informationen können in dem Buch "Synästhesien - roter Faden durchs Leben?" nachgelesen werden.

Außerdem gibt es viele exzellente Websites über Synästhesie - dazu gehören:
Deutsche Synästhesie-Gesellschaft
www.synaesthesieforum.de
Synästhesie-Forschung an der Medizinischen Hochschule Hannover
Sensequence
Youtube Synaesthesia Group

"Berücksichtigt man die Existenz Schwarzer Löcher, so würfelt Gott nicht nur,
sondern verwirrt uns manchmal dadurch, daß er die Würfel dorthin wirft,
wo sie nicht gesehen werden können."

Stephen Hawking
(Roger Penrose & Stephen Hawking: Raum und Zeit. 2000, S. 40)